Landsberg
(löb).
Ein paar mehr Zuschauer hätten
sie verdient gehabt, Michaila,
Michi und Martin von den Les
Derhos'n, die mit ihrem aktuellen
Programm "Voll unter
die Goethelinie" in der
Landsberger Kleinkunstbühne
S'Maximilia-neum im Foyer
des Stadttheaters gastierten.
Mit im Gepäck hatten
sie zwei furiose Stunden voller
Sprachwitz und lästerlicher
Gedanken.
Zunächst
allerdings wird der Rahmen
des Programms festgelegt,
das Revier abgesteckt - mit
einem leuchtend roten Nagler
vom Baumarkt. Alles, was nicht
in den Rahmen passt, nageln
die Les Derhos'n einfach an
die Wand. Den Steinway und
Nachbars Dackel. Dann kann
der (rabenschwarze) Spaß
starten, mit Goethezitaten
zur klassischen Kultur erhoben.
Giftpfeile
"Es
ist der Mensch für die
Freiheit doch geboren."
Dieses Zitat nehmen sich die
drei Akteure zu Herzen und
alles aufs Korn, was es ihrer
Meinung nach verdient. Gereimt
und ungereimt, gesprochen
oder in Musik verpackt sind
die Giftpfeile und die vielen
Lacher im aufgeschlossenen
Publikum beweisen, dass es
lauter Volltreffer sind, die
da von der Bühne abgeschossen
werden. Es wird gerappt und
i ooooooo
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gerockt,
nicht einmal vor Opernarien
machen die drei Ms halt. Schauspielerei,
Pantomime, es gibt kaum etwas,
was sie nicht beherrschen.
Genauso vielseitig werden
die Musikinstrumente und sonstigen
Gerätschaften eingesetzt,
der Kontrabass fungiert zwischendurch
als Westerngaul, der Nagler
ist ein ziemlich echtes Schießeisen.
Geradezu phänomenal ist
der Wortwitz, der sich durch
das ganze Programm zieht.
"Leichen lungern langweilig"
in schönster Alliteration
im Keller, von wo sie die
Michaila einmal im Jahr rausholt
und "setz sie um den
Mittagstisch und mach an Leichnschmaus".
Oder der Begriff Heimat, die
da ist "wo dr Baur as
Hei mahd."
Offen
für alles
Wie
man mit deutschen Ortsnamen
ein ganzes Drama auf die Bühne
bringt, auch das führen
die Les Derhos'n eindrucksvoll
vor. Und sie haben ganz offensichtlich
selber Spaß -dabei,
das Publikum soll da nicht
außen vor bleiben, es
wird fast bei jeder Nummer
mit einbezogen. Offen für
alles, beteiligen sich die
Zuhörer sehr schnell
am Programm, gehen auf fast
jede Bemerkung ein. Fazit:
ein nachdenklich-hintergründiger
Abend, bei dem auch laut losgelacht
werden durfte.
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