Landsberg(löb).
"Es is wichtig, dass
ma woaß wer ma is, was
ma is, wo ma is, woran ma is."
Wie recht sie hat, die Luise
Kinseher, die mit ihrem Programm
"SCHNOP- der Weg ist weg"
bei der Landsberger Kleinkunstbühne
s'Maximilianeum im Foyer des
Stadttheaters gastierte. Ein
hartes Schicksal hat Luise Kinseher,
die Niederbayerin dereinst ereilt.
Bereits als Zwölfjährige
musste sie in den Schüleraustausch
und "is nimmer z'rucktauschtworn".
Das
erzählt sie den Zuhörern
im gut gefüllten Foyer
und nimmt sie mit auf ihre
Suche nach dem kleinen Kaff,
das mal ihre Heimat war. Und
wo sie überall landet:
in der Wüste und im aberwitzig
großen, begehbaren Kleiderschrank,
im Abfluss und gar in Hamburg.
Mit im Gepäck der immer
hilfreiche Chemiebaukasten
mit SCHNOP, das ist Schwefel,
Kohlenstoff, Wasserstoff,
Sauerstoff und Phosphor.
In die richtige
Mischung gebracht, rettet
dieser Kasten über alle
Unwirtlichkeiten hinweg, braut
ein Bier oder strickt einen
Pullover. Luise Kinseher lebt
ihr Programm. Ihre Reise durch
das Universum oder auch nur
durch Bayern ist absurdes
Theater, manchmal derb, hart
an der Grenze des Erträglichen,
dabei jedoch immer mit dem
Funken
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Wahrheit, den man in der Regel
nicht sehen will. Exzellente
Gestik und Mimik begleiten
die Worte, drücken mehr
aus, als die Sprache es könnte.
Meist bringt erst der passende
Gesichtsausdruck die treffsichere
Pointe. Kein Zweifel, die
Kinseher ist eine große
Schauspielerin, sie kokettiert
blickreich mit ihren eben
ausgesprochenen Sätzen
.Ständiger Kontakt
Was sie braucht, wodurch ihr
Programm erst lebendig wird,
das ist der ständige
Kontakt zum Publikum, ein
interaktives Spiel. Der Landsberger
allerdings ist von zurückhaltender
Natur, er öffnet sich
sehr vorsichtig. Vielleicht
ist das der Grund, weshalb
erst nach der Pause das Programm
so richtig in Schwung kam
und die Suche nach dem Weg
intensiver und ausführlicher
fortgesetzt wurde. Ja, andere
Leute machen sich's leicht:
"die kaufen sich an Hund
und sag'n such!". Alles
in allem war es ein tiefsinnig-vergnüglicher
Abend mit einem Jahrmarkt
der Eitelkeiten und dem -
manchmal schmerzhaften - Blick
in die eigenen Abgründe.
Wie hat Luise Kinseher doch
selbst gesagt? "Z'wider
bist ma net!" Die nächste
Veranstaltung der Landsberger
Kleinkunstbühne s'Maximilianeum
ist am 16. Mai um 20 Uhr im
Foyer des Stadttheaters. Rolf
Miller stellt dann kategorisch
fest "Der Spaß
ist voll".
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