Landsberg
(löb).
Da hockt er auf der Bühne,
selbstgefällig die Arme
hinter dem Kopf verschränkt,
und vereinigt alle unsäglichen
Zeitgenossen in sich, die
einen auf Partys und Festen
der letzten fünf Jahre
genervt haben. Der feine Unterschied:
man ist im Zuschauerraum in
Sicherheit und kann genießen,
ja sogar herzhaft über
das lachen, was der Rolf Miller
im Foyer des Landsberger Stadttheaters
alles von sich gibt.
"Der
Spaß ist voll"
war das Programm betitelt,
das der Odenwälder Kabarettist
zur jüngsten Veranstaltung
der Kleinkunstbühne S'Maximi-lianeum
mitgebracht hatte. Rolf Miller
hat den Spaß zum Überlaufen
gebracht und die Lacher von
Anfang an auf seiner Seite.
Vielleicht auch, weil einem
das alles so bekannt vorkam.
Man geht zu einem Fest, man
erwartet nette Leute zu treffen,
und dann das: irgend so ein
Hornochse belabert einen Stunden
über Stunden.
Genau
so einen mimte Rolf Miller.
Er steht oder sitzt da, bastelt
seine verbalen Tiefflieger,
reiht genüsslich Worte
und Kunstpausen aneinander.
Er ist ein impertinenter Ignorant,
der glaubt, über alles
Bescheid zu wissen, dabei
nicht fähig, einen vernünftigen
Satz, ja nicht einmal drei
Wörter am
|
Stück
von sich zugeben. Floskeln,
Redewendungen werden wahllos
bunt gemischt und mit überzeugend
vorgeschobenem Kinn ausgespuckt.
Das "muss man sich auf
der Zunge vorstellen",
wie "der Ding" sein
Geld "verbrasst"
und "im Endeffekt",
"wie sagt ma - ja und...".
So
philosophiert sich Rolf Miller
allwissend durchs Leben. Der
Fasching und die Liebe, Arbeit
und Frauen, Studenten und
Frauenbewegungen werden besprochen,
sein rabenschwarzer Humor
wandert mühelos auch
über Leichen.
"Brauch
ich ein Problem?" Wozu
denn, die sind eh nicht zu
lösen, der Rolf Miller
sieht sie deshalb nicht und
das ewige "ja wenn, ja
wenn"-Gefrage beantwortet
er mit einem unerwarteten
Gedankenblitz. "Ja wenn
die Katze ein Pferd wäre,
könnte man mit ihr die
Bäume hinaufreiten."
Den stürmischen Applaus
beantwortet Rolf Miller im
Sinne des Programms: "ja
- und - jetzt -..."
Letzte
Veranstaltung der Landsberger
Kleinkunstbühne S'Maximilianeum
in dieser Saison ist am Sonntag,
20. Juni um 20 Uhr, wie immer
im Foyer des Stadttheaters.
Das Kabarett Calamorce blickt
dann in die Abgründe
des Lebens mit "Deifi,
Deifi oder Das Mittel zwickt
den Heiligen".
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