Landsberg
(löb).
Bayrisch-Abstruses, ab und
zu ein wenig schwarz oder
auch esoterisch angehaucht,
gab es zum Abschluss der Saison
bei der Landsberger Kleinkunstbühne
s'Maximilianeum im Foyer des
Stadttheaters. Das Schlusslicht
"Kabarett Calamorce"
sorgte mit seinem Programm
"Deifi, Deift oder Das
Mittel zwickt den Heiligen"
dafür, dass der Zug des
Lebens nicht allzu sehr in
himmlische Sphären aufsteigt,
sondern schön brav oder
besser böse den Kontakt
zu den höllischen Gefilden
hält.
Urbayrischer
Minimalismus gleich zu Beginn:
"Is er oder war er?"
Mit einer Hand voll Wörtern
haben Ute Kalmer und Stefan
Reitsam alias Kabarett Calamorce
geradezu philosophische Betrachtungen
angestellt, ohne natürlich
auf einen gemeinsamen Nenner
zu kommen. Genauso endete
auch ihr Programm. "I
woas, wos du moanst."
In
Rage geredet
Auch
mit diesen wenigen Worten
hat das Duo sich gegenseitig
in Rage geredet, und das nur
durch Vertauschen. Dazwischen
durften die Zuhörer im
locker besetzten Foyer gemeinsam
mit den Akteuren in oft nur
allzu bekannte Abgründe
schauen, das Diabolische im
ganz normalen Leben entdecken,
von dem man immer wieder ausgebremst
wird.
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Da
wäre mal das Risiko,
das einen überall anspringt,
und wenn man es vermeiden
will, bleibt eigentlich nur
noch ein "Ruhe in Frieden".
Der Teufel persönlich
verspricht "eine neue
Ausstrahlung" - nichts
wie her damit, der Mensch
braucht Veränderung.
Und wenn das nicht hilft,
dann geht's ab zum Wellnesstrommel-kurs
in Thailand, oder aber in
die Problemlöseshow.
Ist Schwimmen wirklich so
gesund, wie es immer propagiert
wird? Könnte, sollte,
müsste man nicht? Was
ist schöner als das Fliegen
mit einem "endkrass-geil-höllischem
Fluggerät"?
Das Kabarett Calamorce bescherte
allen, die sich nicht von
Fußball und Formel eins
abhalten ließen, einen
Abend mit Tiefgang. Herrliche
Mimik, besonders von Ute Kalmer,
und die irrsinnigsten Verkleidungen
unterstrichen den sprachlichen
Minimalismus derart, dass
einem nichts abging.
Dazu sangen die Beiden mit
und ohne Ziach hinreißend,
es war Kabarett für alle
Sinne. Das Schlusslicht der
Saison bei s'Maximilianeum,
so viel steht fest, war noch
mal ein Highlight. Das neue
Programm der Kleinkunstbühne
e.V. kommt in etwa zwei Wochen
heraus, hat deren Vorsitzender
Christian Knöferl verraten.
Mit dabei, so war zu hören,
sind wieder "Ganz Schön
Feist", die Supertruppe
aus Norddeutschland; außerdem
soll es, als Neuerung, ein
Sommerbrettl, bei schönem
Wetter im Theatergarten geben.
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