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Landsberg
(löb)
Ein Kammerorchester, bestehend aus einem Kontrabass, einem
kleinen Becken und einer Snare Drum? ,Wenn das nur gut
geht', würde sicher ein Konzertbesucher denken, der
"Unsere Lieblinge" nicht kennt. "Deutschlands
char-mantestes Kammerorchester", wie sich die beiden
Musiker nennen, war im Rahmen der Landsberger Kleinkunstreihe
S'Maximilianeum im Foyer zu Gast und überzeugte mit
schier unendlichem Einfallsreichtum auch den letzten Zuhörer,
dass es geht.
Alexander Haas am Kontrabass und Stefan Noelle am Miniaturschlagzeug
sind Vollblutmusiker. Ihre Werkzeuge sind mehrere Bogen
für den Bass und eine ganze Reihe von Sticks und
was man dafür halten kann, um Becken und Snare die
richtigen Töne und Geräusche zu entlocken. Gesungen
wird natürlich auch, wenn man die akrobatischen Stimmbandverrenkungen
von "Unsere Lieblinge" lapidar so bezeichnen
will. Damit wäre nüchtern-sachlich eigentlich
schon alles gesagt, wäre da nicht die überraschte
Begeisterung, die jedes Stück des Abends auslöste.
Alex und Stefan tobten durch das ganze 20. Jahrhundert,
besuchten Potiphar "In der Bar zum Krokodil"
und rockten mit Elton John auf selbigem nach
Hamburg, wo der Regen auf den
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Schirm tropfte.
Die
Kastagnetten klapperten im sozialkritischen Calypso, die
danach nötige Wellnesseinlage nahm man in der Ägäis,
bevor das Motorrad in die Pause ratterte. Frisch gestärkt
wollten "Unsere Lieblinge" es wissen: "Heute
nacht oder nie", so dahingeschmolzen gesungen, dass
alles zu tropfen anfing, und der Schalk blitzte dabei
aus sämtlichen Augen. Lennon/McCartney kamen als
Ska daher und "Something Stupid" war die perfekte
Imitation der Urinterpreten Nancy und Frank Sinatra. Dazwischen
gab es, und auch das war erfreulich, immer mal wieder
aktuelle, auf Landsberg bezogene Anmerkungen. Dass sich
da wirklich ein ganzes Kammerorchester auf der Bühne
befand, es musste einfach geglaubt werden. Natürlich
wurde der Bass gestrichen oder gezupft, machten Trommel
und Becken als Rhythmusmaschinen Dienst, wurden Lieder
gesungen. Dass man den Bass aber auch mit Rots bearbeiten,
einer Snare Töne entlocken und die Bouzouki mit der
Stimme perfekt nachahmen kann, die beiden Musiker bewiesen
es. Das ganze Foyer wurde gar auf seine Musiktauglichkeit
geprüft. Am Ende herrschte Begeisterung pur beim
Publikum, und einige der Zuhörer nahmen sich mit
deren CD "Unsere Lieblinge" mit nach Hause.
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