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Landsberg (löb).
Gleich mit zwei Künstlerpaaren konnte die Landsberger
Kleinkunstbühne S'Maximilianeum bei ihrem jüngsten
Programm aufwarten. Gosch & Klimpa alias Michaila
Kühnemann und Florian Schwartz waren für den
ersten Teil des Abends zuständig, die Lokalmatadoren
Rudolf Fichtl und Gerhard Abe-Graf, deretwegen vermutlich
die meisten der zahlreichen Zuhörer gekommen waren,
hatten nach der Pause ihren Auftritt.
"Ach wär' ich doch eine Antiquität"
- sang Michaila Kühnemann zum Auftakt, begleitet
vom ausgezeichneten Florian Schwartz am Flügel
und offenbarte sich damit als Chansonniere. Das war
denn doch etwas überraschend für einige Zuhörer,
denen die Sängerin als Mitglied des kabarettistischen
Trios Les Derhos'n bekannt ist. Der Auftritt von Gosch
& Klimpa hatte denn auch den bezeichnenden Titel
"Alte Bekannte und Fremde", der für die
unbekannte Seite der Künstler wie für das
Programm stand.
Kleine Alltäglichkeiten
Da wurden kleine Alltäglichkeiten
erzählt und mit Liedern verbunden, die man eigentlich
kannte, die zum Mitsummen oder gar Mitsingen verführten.
Aber irgendwie war das was mit dem Text - war er's oder
nicht - der originale? Minimalste Veränderungen waren
zum Teil vorgenommen, so dezent, dass der Zuhörer
in die Irre geführt wurde. Die Sängerin hatte
zudem ihre Stimme derjenigen der jeweiligen Originalinterpreten
angepasst, sang wie Zarah Leander vom Wunder, das geschehen
wird oder war Edith Piaf
in "Amsterdam". Auch
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Dialekte waren kein Problem für Michaila, das Berlinerische
lag ihr ebenso wie Wiener Schmäh. Es war insgesamt
ein nachdenkliches Programm, passend zum Volkstrauertag.
Im zweiten Teil des Abends gehörte die Bühne
Gerhard Abe-Graf und Rudolf Fichtl, vom gespannten Publikum
schon sehnsüchtig erwartet. Der Name ihres Programms
"Satirische Gedichte und Klaviermusik vom Feinsten"
stellte sich gleich bei den ersten Versen Fichtls als
gehörige Untertreibung heraus. Mit unbeteiligtem
Gesicht und Richterstimme (Fichtl ist ganz bürgerlicher
Rechtsanwalt) wurden Wörter schüttelgereimt
vorgetragen, von deren Möglichkeit des Schüttelns
man keine Ahnung hatte. Tarzan schwang sich in groteskem
Nonsens durch das Foyer, verblüffte "baffe
Giraffen", dass denen das Gaffen verging. Nilpferdherden
wurden in die vor allem von Shakespeare gepflegte, schwierige
Versform Sonett gepackt. In Limericks wurden die Überraschungen
weiter auf die Spitze getrieben. "Stet's frischer
Leberkäs - ich schwör's", sagte der Jurist
zu diesem apostrophischen Unsinn, "dass ich es
gelesen habe." Und dazwischen immer wieder zarte
Töne von Gerhard Abe-Graf am Piano als echter Kontrapunkt,
aber auch zur Unterstützung, wenn etwa musikalische
Betrügereien aufgedeckt werden (Fuchs du hast...
und Die Moldau) oder Fichtl seine Sangesqualitäten
unter Beweis stellt. Verständliche Begeisterung
pur am Ende beim Publikum, stürmisch geforderte
Zugaben, von denen mangels Vorrat nur eine gegeben werden
konnte. Es bleibt zu hoffen, dass das Lokalduo, das
schon einige Auftritte, unter anderem im Fraunhofer
in München, hinter sich hat, sein Versprechen wahr
macht und demnächst ein abendfüllendes Programm
auf die Bühne bringt.
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