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14.11.2004  "Gosch & Klimpa" und Rudolf Fichtl / Gerhard Abe-Graf

Zu diesem unserem "doppelten Abend" waren viele Gäste gekommen - und auch auf der Bühne war einiges los: gleich zwei "Duos" haben uns glänzend unterhalten! Lieder und Chansons und satirische Gedichte und jeweils herrliche Klaviermusik dazu haben begeistert und auch die Presse war nicht untätig...

"Landsberger Tagblatt " vom 18.11.2004

Von baffen Giraffen
Künstlerpaare treten beim S'Maximilianeum auf

Landsberg (löb).
Gleich mit zwei Künstlerpaaren konnte die Landsberger Kleinkunstbühne S'Maximilianeum bei ihrem jüngsten Programm aufwarten. Gosch & Klimpa alias Michaila Kühnemann und Florian Schwartz waren für den ersten Teil des Abends zuständig, die Lokalmatadoren Rudolf Fichtl und Gerhard Abe-Graf, deretwegen vermutlich die meisten der zahlreichen Zuhörer gekommen waren, hatten nach der Pause ihren Auftritt.

"Ach wär' ich doch eine Antiquität" - sang Michaila Kühnemann zum Auftakt, begleitet vom ausgezeichneten Florian Schwartz am Flügel und offenbarte sich damit als Chansonniere. Das war denn doch etwas überraschend für einige Zuhörer, denen die Sängerin als Mitglied des kabarettistischen Trios Les Derhos'n bekannt ist. Der Auftritt von Gosch & Klimpa hatte denn auch den bezeichnenden Titel "Alte Bekannte und Fremde", der für die unbekannte Seite der Künstler wie für das Programm stand.

Kleine Alltäglichkeiten

Da wurden kleine Alltäglichkeiten erzählt und mit Liedern verbunden, die man eigentlich kannte, die zum Mitsummen oder gar Mitsingen verführten. Aber irgendwie war das was mit dem Text - war er's oder nicht - der originale? Minimalste Veränderungen waren zum Teil vorgenommen, so dezent, dass der Zuhörer in die Irre geführt wurde. Die Sängerin hatte zudem ihre Stimme derjenigen der jeweiligen Originalinterpreten angepasst, sang wie Zarah Leander vom Wunder, das geschehen wird  oder  war  Edith  Piaf  in "Amsterdam".  Auch


Dialekte waren kein Problem für Michaila, das Berlinerische lag ihr ebenso wie Wiener Schmäh. Es war insgesamt ein nachdenkliches Programm, passend zum Volkstrauertag. Im zweiten Teil des Abends gehörte die Bühne Gerhard Abe-Graf und Rudolf Fichtl, vom gespannten Publikum schon sehnsüchtig erwartet. Der Name ihres Programms "Satirische Gedichte und Klaviermusik vom Feinsten" stellte sich gleich bei den ersten Versen Fichtls als gehörige Untertreibung heraus. Mit unbeteiligtem Gesicht und Richterstimme (Fichtl ist ganz bürgerlicher Rechtsanwalt) wurden Wörter schüttelgereimt vorgetragen, von deren Möglichkeit des Schüttelns man keine Ahnung hatte. Tarzan schwang sich in groteskem Nonsens durch das Foyer, verblüffte "baffe Giraffen", dass denen das Gaffen verging. Nilpferdherden wurden in die vor allem von Shakespeare gepflegte, schwierige Versform Sonett gepackt. In Limericks wurden die Überraschungen weiter auf die Spitze getrieben. "Stet's frischer Leberkäs - ich schwör's", sagte der Jurist zu diesem apostrophischen Unsinn, "dass ich es gelesen habe." Und dazwischen immer wieder zarte Töne von Gerhard Abe-Graf am Piano als echter Kontrapunkt, aber auch zur Unterstützung, wenn etwa musikalische Betrügereien aufgedeckt werden (Fuchs du hast... und Die Moldau) oder Fichtl seine Sangesqualitäten unter Beweis stellt. Verständliche Begeisterung pur am Ende beim Publikum, stürmisch geforderte Zugaben, von denen mangels Vorrat nur eine gegeben werden konnte. Es bleibt zu hoffen, dass das Lokalduo, das schon einige Auftritte, unter anderem im Fraunhofer in München, hinter sich hat, sein Versprechen wahr macht und demnächst ein abendfüllendes Programm auf die Bühne bringt.

 
"Gosch & Klimpa"Fichtl / Abe-Graf

 


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