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17.04.2005  GANZ SCHÖN FEIST "Hüa!"

Hat es sich schon herumgesprochen? Die "Feisten" waren in Landsberg und haben uns vom Foyer in den Theatersaal "gedrängt"... Das war aber gut so, denn sonst hätte wohl die Hälfte unserer Gäste wieder nach Hause gehen müssen. Und dann hätten sie ein wahrhaft geniales Konzert nicht miterleben können... Aber, wie gesagt, es hatten ja alle Platz. Auch die Dame von der Presse - und hier ist der Bericht:

"Landsberger Tagblatt " vom 20.04.2005

Kabarett mit Melodika und Kayagum
"Ganz schön Feist" aus Göttingen mit starker Musik und ebensolchen Texten

Landsberg (löb).
Dass man sich in Landsberg schon mächtig ins Zeug legen muss, um die Leute aus der Reserve zu locken, das war "Ganz schön Feist" bereits gesteckt worden, wie das Männertrio aus Göttingen berichtete, das bei der jüngsten Veranstaltung der Landsberger Kleinkunstbühne S'Maximilianeum mit seinem aktuellen Programm "Hüa" für einen vollen Theatersaal sorgte. Probleme damit hatten die drei Künstler in keinster Weise: Von Beginn an waren die Zuhörer auf ihrer Seite, spürte man, dass der Funken übergesprungen war.

Als drei Herren im Anzug ("anthroposophisches Versicherungsvertreteroutfit") betraten "Ganz schön Feist" die Bühne im Stadttheater und machten schon aufgrund ihres braven Aussehens neugierig auf das, was kommen würde. Eine Melodika zum Anstimmen? Auch das ist eher ungewöhnlich. Die nächste Überraschung lauerte bereits im ersten Stück. "Hallo wie geht's? - Geht so!", Allerweltsfloskeln wurden hier auf dem Silbertablett höchster Musikalität a cappella serviert. Feinste Nuancierungen und Änderungen der Tonarten nach Art Bach'scher Fugen ließen ein paar Worte zur Kostbarkeit reifen.

Und es ging weiter so. Höchst disponiert und klanglich ausgereift sangen Mathias Zeh ("C."), Rainer Schacht und Christoph Jess von Liebe und Trennung, rapten sich durch die Schulzeit und wagten ein Tänzchen mit dem Leben an sich. Das auf  der  Bühne  aufgebaute  Instrumentarium  wurde


spärlich eingesetzt, zum Zug kam am ehesten noch das Kayagum, das unter den Händen von Rainer Schacht noch exotischer klang als in seiner koreanischen Heimat. Viel lieber allerdings wurden alle Resonanzböden am eigenen Körper ausgereizt, einschließlich des Ansteckmikros, das so ganz nebenbei den vierten Mann, die graue Eminenz am Licht- und Ton-Schaltpult, als absoluten Könner seines Genres offenbarte.

Stark wie die Musik präsentierten sich die Texte von "Ganz schön Feist", sie kippten von schier schmalztriefender Lyrik abrupt in bösen schwarzen Humor, brachten ungewöhnliche Wendungen in alltägliche Begebenheiten. Die Pointen kamen knüppeldick in überraschenden Reimen daher. Nebenbei erfuhr man, dass "Hüa", der Titel des aktuellen Programms das Lieblingswort des Opas war. Der sagte nämlich immer "Frhüa" - da war alles besser, schöner, anders. Veranstaltungsgast Alexander bekam gar sein Geburtstagsständchen zum Achtzehnten, natürlich nicht ohne hintergründig-humorvolle Anspielungen.

Der Ideenreichtum, der Wortwitz der "Feisten" scheint schier unerschöpflich, wenn sie aussprechen, was man nur zu denken wagt. Kein Wunder, dass sie auch den Preis aller Preise in der deutschen Kleinkunstszene, den "Prix Pantheon" bereits ihr eigen nennen können. Hoffnung auf mehr "Ganz schön Feist" machte "C." am Ende des Konzerts: "Wir kommen so lang nach Landsberg, bis auch der oberste Rang im Theater voll besetzt ist."

 
"GANZ SCHÖN FEIST" im S'MAXIMILIANEUM

 


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