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Landsberg
(löb).
Dass man sich in Landsberg schon mächtig ins Zeug
legen muss, um die Leute aus der Reserve zu locken, das
war "Ganz schön Feist" bereits gesteckt
worden, wie das Männertrio aus Göttingen berichtete,
das bei der jüngsten Veranstaltung der Landsberger
Kleinkunstbühne S'Maximilianeum mit seinem aktuellen
Programm "Hüa" für einen vollen Theatersaal
sorgte. Probleme damit hatten die drei Künstler in
keinster Weise: Von Beginn an waren die Zuhörer auf
ihrer Seite, spürte man, dass der Funken übergesprungen
war.
Als
drei Herren im Anzug ("anthroposophisches Versicherungsvertreteroutfit")
betraten "Ganz schön Feist" die Bühne
im Stadttheater und machten schon aufgrund ihres braven
Aussehens neugierig auf das, was kommen würde. Eine
Melodika zum Anstimmen? Auch das ist eher ungewöhnlich.
Die nächste Überraschung lauerte bereits im
ersten Stück. "Hallo wie geht's? - Geht so!",
Allerweltsfloskeln wurden hier auf dem Silbertablett höchster
Musikalität a cappella serviert. Feinste Nuancierungen
und Änderungen der Tonarten nach Art Bach'scher Fugen
ließen ein paar Worte zur Kostbarkeit reifen.
Und
es ging weiter so. Höchst disponiert und klanglich
ausgereift sangen Mathias Zeh ("C."), Rainer
Schacht und Christoph Jess von Liebe und Trennung, rapten
sich durch die Schulzeit und wagten ein Tänzchen
mit dem Leben an sich. Das auf der Bühne
aufgebaute Instrumentarium wurde
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spärlich eingesetzt, zum Zug kam am ehesten noch
das Kayagum, das unter den Händen von Rainer Schacht
noch exotischer klang als in seiner koreanischen Heimat.
Viel lieber allerdings wurden alle Resonanzböden
am eigenen Körper ausgereizt, einschließlich
des Ansteckmikros, das so ganz nebenbei den vierten Mann,
die graue Eminenz am Licht- und Ton-Schaltpult, als absoluten
Könner seines Genres offenbarte.
Stark
wie die Musik präsentierten sich die Texte von "Ganz
schön Feist", sie kippten von schier schmalztriefender
Lyrik abrupt in bösen schwarzen Humor, brachten ungewöhnliche
Wendungen in alltägliche Begebenheiten. Die Pointen
kamen knüppeldick in überraschenden Reimen daher.
Nebenbei erfuhr man, dass "Hüa", der Titel
des aktuellen Programms das Lieblingswort des Opas war.
Der sagte nämlich immer "Frhüa" -
da war alles besser, schöner, anders. Veranstaltungsgast
Alexander bekam gar sein Geburtstagsständchen zum
Achtzehnten, natürlich nicht ohne hintergründig-humorvolle
Anspielungen.
Der
Ideenreichtum, der Wortwitz der "Feisten" scheint
schier unerschöpflich, wenn sie aussprechen, was
man nur zu denken wagt. Kein Wunder, dass sie auch den
Preis aller Preise in der deutschen Kleinkunstszene, den
"Prix Pantheon" bereits ihr eigen nennen können.
Hoffnung auf mehr "Ganz schön Feist" machte
"C." am Ende des Konzerts: "Wir kommen
so lang nach Landsberg, bis auch der oberste Rang im Theater
voll besetzt ist."
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