Landsberg
(löb).
"Die
alten Ägypter waren die letzte zweidimensionale
Gesellschaft." Natürlich hatten die Ägypter,
als sie erst einmal aus ihren Höhlenzeichnungen
gestiegen und in der Dreidimensionalität gelandet
waren, beim Kampf einen immensen Vorteil gegenüber
den anderen Völkern, was diese auch in die dritte
Dimension trieb. Wer hätte das gedacht! Gut, dass
Ludwig Müller bei der Kleinkunstbühne S'Maximilianeum
Station machte und wir jetzt nicht mehr unwissend durch
das Leben laufen.
Dieser
Ludwig Müller aus Österreich, genauer dem
Salzkammergut "nicht am A... der Welt, aber man
kann ihn dort schon ganz gut erkennen", hatte im
Vorfeld scheinbar keine allzu gute Zugkraft und es fanden
sich nur gut zwanzig Besucher im Foyer des Landsberger
Stadttheaters ein. Alle anderen hatten allerdings wirklich
was versäumt.
Dieser
begabte Kabarettist entführte alle Zuschauer erst
in seine verkehrte Welt, um dann dort mit ihnen Schabernack
zu treiben. Tischgebete in überraschenden Reimen
("Dear Jesus bring beere and cheese us") und
ein "upgedateter Heimatroman", wo sich einer
eine "Blähstäischn" baut, kitzelten
schon sehr am Zwerchfell. Es kam aber noch viel dicker
von dem "ehemaligen Versicherungsagenten
|
bei
der Oberösterreichischen Hangseitigen - der Versicherung
mit Weitblick". Haarsträubende Geschichten
und Humor so rabenschwarz, dass man die Hand vor Augen
nicht mehr erkennen konnte, besetzten die frei gebliebenen
Stühle und starteten gemeinsam mit dem Protagonisten
zum Generalangriff auf die Lachmuskulatur. Eine verrückte
Massenkarambolage, die Ratschn vom dritten Stock, Weltpolitik
beim Würstelfürst, Wellnesserfahrung und ein
getanzter Heimatroman, überall steckte der Teufel
und mit ihm Ludwig Müller. Ganz nebenbei offenbarte
der Kabarettist sein begnadetes Sprachtalent als türkischer
Lkw-Fahrer und ungarischer Pilot, Kofi Anan und George
Double Litre Bush. Ab und zu war wie zufällig ein
Schüttelreimchen dazwischen gestreut, "die
Heidi Klum die kleid ih um" ist so eins. Eine Müller-Weisheit
zum Schluss: "Der Notar ist das Männchen der
Natur."
Und
zu guter Letzt noch ein Tipp für alle Frauen, deren
Partner dauernd Handy-telefoniert: Sich schnell in eine
Kröte verwandeln, im großen Teich bei tausend
Kröten untertauchen und sich erst beim 600undwievielten
Kuss zu erkennen geben: "Ich will dir nur das Handy
abgewöhnen."
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