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05.06.05  LUDWIG MÜLLER "Schnurlos"

Es war nicht ausverkauft, will sagen, es war der ein oder andere Platz noch frei. Am Künstler/Programm hat's nicht gelegen: DER und DAS waren allererste Sahne, ganz sicher auch nicht das letzte Mal bei uns in der Kleinkunstbühne. Warum also kommen so wenige Leute zu so einer hervorragenden Vorstellung? Der liebe Gott wird's wissen und an alle die, die nicht da waren: Ätsch - selbst schuld...

"Landsberger Tagblatt " vom 07.06.2005

Politik beim Würstelfürst
Ludwig Müller erklärte beim "S'Maximilianeum" die Welt

Landsberg (löb).

"Die alten Ägypter waren die letzte zweidimensionale Gesellschaft." Natürlich hatten die Ägypter, als sie erst einmal aus ihren Höhlenzeichnungen gestiegen und in der Dreidimensionalität gelandet waren, beim Kampf einen immensen Vorteil gegenüber den anderen Völkern, was diese auch in die dritte Dimension trieb. Wer hätte das gedacht! Gut, dass Ludwig Müller bei der Kleinkunstbühne S'Maximilianeum Station machte und wir jetzt nicht mehr unwissend durch das Leben laufen.

Dieser Ludwig Müller aus Österreich, genauer dem Salzkammergut "nicht am A... der Welt, aber man kann ihn dort schon ganz gut erkennen", hatte im Vorfeld scheinbar keine allzu gute Zugkraft und es fanden sich nur gut zwanzig Besucher im Foyer des Landsberger Stadttheaters ein. Alle anderen hatten allerdings wirklich was versäumt.

Dieser begabte Kabarettist entführte alle Zuschauer erst in seine verkehrte Welt, um dann dort mit ihnen Schabernack zu treiben. Tischgebete in überraschenden Reimen ("Dear Jesus bring beere and cheese us") und ein "upgedateter Heimatroman", wo sich einer eine "Blähstäischn" baut, kitzelten schon sehr am Zwerchfell. Es kam aber noch viel dicker  von  dem "ehemaligen Versicherungsagenten

 

bei der Oberösterreichischen Hangseitigen - der Versicherung mit Weitblick". Haarsträubende Geschichten und Humor so rabenschwarz, dass man die Hand vor Augen nicht mehr erkennen konnte, besetzten die frei gebliebenen Stühle und starteten gemeinsam mit dem Protagonisten zum Generalangriff auf die Lachmuskulatur. Eine verrückte Massenkarambolage, die Ratschn vom dritten Stock, Weltpolitik beim Würstelfürst, Wellnesserfahrung und ein getanzter Heimatroman, überall steckte der Teufel und mit ihm Ludwig Müller. Ganz nebenbei offenbarte der Kabarettist sein begnadetes Sprachtalent als türkischer Lkw-Fahrer und ungarischer Pilot, Kofi Anan und George Double Litre Bush. Ab und zu war wie zufällig ein Schüttelreimchen dazwischen gestreut, "die Heidi Klum die kleid ih um" ist so eins. Eine Müller-Weisheit zum Schluss: "Der Notar ist das Männchen der Natur."

Und zu guter Letzt noch ein Tipp für alle Frauen, deren Partner dauernd Handy-telefoniert: Sich schnell in eine Kröte verwandeln, im großen Teich bei tausend Kröten untertauchen und sich erst beim 600undwievielten Kuss zu erkennen geben: "Ich will dir nur das Handy abgewöhnen."

 
Ludwig Müller im S'MAXIMILIANEUM

 


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