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02.07.2005  NAGL MUSI & RUDI ZAPF TRIO "S'Sommerbrettl"

So langsam glauben wir's nicht mehr: Seit JAhren wollen wir den Saisonabschluß mit einer Veranstaltung im Theatergarten - also im Freien feiern. Aber der Wettergott meint es mit schöner Regelmäßigkeit garnicht gut mit uns: war es gegen Abend zwar von oben stabil trocken, so konnte die Freiluftarena wegen großer Nässe nicht genautzt werden. Wo doch das Doppelkonzert ein alsolutes "Highlight" der Saison darstellte... Naja, also nächstes Jahr wieder :-).

"Landsberger Tagblatt " vom 07.07.2005

Stubnmusi statt Freiluftkonzert
Nagl-Musi und Rudi Zapf Trio: Außergewöhnliches Konzert

Landsberg (riem).

S'Maximilianeum bot schon immer Überraschungen. Für das Saisonende war ein ganz besonderes Schmankerl angesagt: Volksmusik der ungewöhnlichen Art. Leider hat das Daumendrücken nicht geholfen, das Wetter spielte nicht mit. So musste das Sommerbrettl ins Theater umziehen.

Wer mit "bayerischen" Volksinstrumenten wie Zither, Hackbrett und Gitarre das Podium betritt, muss sich gefallen lassen, dass einige der Besucher Stubnmusi erwarten. Dass dem nicht so ist, wurde dem Publikum bei dem musikalischen Repertoire der "Naglmusi" und dem "Zapf Trio" schnell klar. Von wegen bayerische Volksinstrumente: Wussten Sie, dass die Zither aus Persien, die Gitarre aus Indien und das Hackbrett aus Pakistan kommen?

Polka bis Bossa Nova

Von der Polka zum Bossa Nova, vom Blues zum Landler, g'radaus und verkehrt, ein Streifzug von bayerischer zu avantgardistischer Volksmusik, von regional bis grenzüberschreitend, so fing der Abend an mit Naglmusi. Dass die fünf, Bärbel Steinbigler mit Hackbrett und Flöte, Rolf Nagl an Zither und Gitarre, Uwe Block, Gitarre und Klarinette, Stefan Pfaffinger am Kontrabass und Janine Schmidt an Percussion nicht vor Skurrilem zurückschrecken, zeigen Stücke wie "Holloradio Diarrhö" (Alarm im Darm) oder "teilwaise", weil das Stück nur Teilweise von der Gruppe selbst geschrieben wurde.
Alle Songs werden von den Mitgliedern der Naglmusi selbst komponiert. Da kommt dann schon mal ein "Mischmaschstück Polkonova" zustande, bei dem Eindrücke von Reisen durch Europa zusammengefügt werden. Oder der Naglwalzer, bei dem   das   Hackbrett   von   Bärbel  Steinbigler  mit

Nägeln bearbeitet wird. Hört sich super an. Lyrisch wurde es beim "Wasserspiel" oder "boarischen Tango": In einer kalten Berghütte träumt die Bäuerin vom Zuckerhut. Heraus kommt dann der "geröstete Kartoffel mit Zwiebel und Speck-Samba". Ein subtiles Vergnügen, das bis ins Zwerchfell reichte.

Da kippt eine Melodie unversehens ins Schräge, festgefügter Rhythmus muss plötzlich nicht mehr sein: Rudi Zapf bestritt den zweiten Teil des Abends. Im Trio vereint spielten drei Virtuosen ein Konzert der außergewöhnlichen Art.

Von Irish Folk zu Klezmer, von der Klassik zum Tango, von alter zu neuer Volksmusik, Jazzvarianten und eigenen Kompositionen. Rudi Zapf, vertrauter Meister des Hackbretts und Akkordeons und neuerdings auch böhmischer Wanderharfenist, mit der extravaganten Klassik- und Jazzgeigerin Martina Eisenreich und dem feinfühligen Kontrabassisten Harry Scharf begeisterten das Publikum ebenfalls.

Abgewandelter Vivaldi

Ob abgewandelter Vivaldi, mongolischer Galopp oder Astor Piazolla, alles wird sensibel arrangiert und interpretiert. Zapf, Scharf und Eisenreich leben von ihren hervorragenden instrumentellen Fähigkeiten. Moll oder Dur, dreiviertel- oder 7/8-Takt? Kaum bekommt man ein Stück zu fassen, biegen sie möglicherweise in den nächsten Rhythmus oder wechseln die Tonart. Die Kunst, bayerisch-traditionelles, barockes und klassisches in die Musik anderer Länder zu transformieren oder diese Verwandlung auch den umgekehrten Weg gehen zu lassen demonstrierten beide Formationen deutlich, also von wegen Stubnmusi. Übrigens in der "Stubn" spielten beide Gruppen bisher noch nie, in Sälen schon. Ein Abschluss der Saison und auf das neue Programm darf man gespannt sein

 
S'Maximilianeum S'Sommerbrettl

 


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